Kein Mikroplastik im Abwasser |
350597
post-template-default,single,single-post,postid-350597,single-format-standard,eltd-cpt-2.3,ajax_fade,page_not_loaded,,moose child-child-ver-1.1,moose-ver-3.5, vertical_menu_with_scroll,smooth_scroll,blog_installed,wpb-js-composer js-comp-ver-7.5,vc_responsive
kein Mikroplastik ins Abwasser

Kröber Hören+Sehen setzt Maßstäbe mit neuem Schleifautomaten

Kröber Hören+Sehen ist ein Geschäft mit Geschichte. Das Fachgeschäft für Optik und Hörgeräteakustik am Bonner Friedensplatz wird in dritter Generation von Karina und Tanja Kröber geführt, seit Anfang des Jahres auch von Patrick Müller als neuem Mitgesellschafter. Wie bereits die Kröber-Eltern und Großeltern geht das Team mit der Zeit. Und das bedeutet aktuell vor allem, nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten. Das Fachgeschäft schaffte daher eine hochmoderne Filteranlage an, die klares Abwasser verspricht.

Wo gehobelt wird – da fallen Späne. Hier passt besser: Wo geschliffen wird, da rieselt es. Und zwar Schleifreste von Brillengläsern. Plastik, in feinste Mikropartikel zerteilt, tonnenweise pro Jahr. Herkömmliche Schleifautomaten, die sich in vielen Optikgeschäften mit eigener Werkstatt befinden, haben eine durchgängige Frischwasserzufuhr, die die Schleifreste dem Abwasser zuführt und ungefiltert wegspült. Durch Anpassung der Brillengläser entstehen pro Jahr ca. 200 Tonnen Mikroplastik (bei 40 Millionen verkauften Gläsern und 5g Schleifrest pro Glas). Daher hat die zwischen Hamburg und Kiel gelegene Firma Wardakant ein innovatives Filter- und Kühlsystem entwickelt, mit dem sich Mikropartikel aus dem Kühlwasser herausfiltern lassen. Optisch besteht das System aus zwei Edelstahlboxen, die unter den Schleifautomaten gestellt werden. In der unteren Box befindet sich das Frischwasserreservoir, in der oberen ein Schlamm aus Schleifresten und Wasser. Der geschlossene Wasserkreislauf kann bis zu einem Jahr wiederverwendet werden und wird dann von Wardakant abgeholt und erneut behandelt, um auch Nanopartikel zu entnehmen.

Nachhaltigkeit im Geschäft

Kröber Hören+Sehen hat sich dieser Technologie angeschlossen und investiert. „Wir haben den Filter Anfang des Jahres gekauft und sind sehr zufrieden damit“, freut sich Karina Kröber, gelernte Meisterin für Hörgeräteakustik und Augenoptik. „Es ist für uns ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir die Umwelt damit nicht belasten. Außerdem fragen unsere Kunden immer häufiger nach, ob wir nachhaltige Brillen verkaufen.“ So wurde das Optikfachgeschäft im März mit dem Nachhaltigkeitssiegel von Wardakant ausgezeichnet. Neben dem Filtersystem müssen selbstverständlich weitere Kriterien erfüllt werden. So bietet Kröber Optik beispielsweise nachhaltige Brillenetuis aus Pappe (und mit Bonn-Motiv!) an und arbeitet mit Firmen zusammen, die ihre Brillenfassungen nachhaltig produzieren. Das gilt ebenfalls für die – zwar seltenen, aber doch vorhandenen – Fassungen aus Büffelhorn. „Wir verwenden im Geschäft seit einiger Zeit Solarstrom, haben unsere Beleuchtung auf LED umgestellt und einen Wärmetauscher installiert. Außerdem achten wir darauf, sämtliche Druckerzeugnisse aus Recyclingmaterial zu bestellen“, so Karina Kröber.

Der Umwelt zuliebe

Was früher nach kitschigem Werbespruch klang, ist mittlerweile keine Frage des ob, sondern des wann. Dass alle an einem Strang ziehen sollten und achtsam mit Ressourcen umgehen müssen, versuchen immer mehr Fachbetriebe umzusetzen. So heißt es in einer Pressemitteilung von Wardakant: „Sie [die Optikerwerkstätten] investieren in unsere gemeinsame Zukunft und wollen ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Das belegen zurzeit die langen Wartezeiten auf das hochwertige Filtersystem.“ Kröber Hören+Sehen gehört zu den Innovativen. Sie setzen auf Nachhaltigkeit und regionalen Zusammenhalt. Sicherlich ein Erfolgsrezept des Fachgeschäftes, das nicht umsonst seit 1936, schon bald 90 Jahren, Bestand hat.

der Artikel erschien im top magazin Bonn Ausgabe Herbst
Download